Insgesamt 14 Gäste hatte der Förderverein der Städtepartnerschaft Gelsenkirchen und Schachty im Rahmen des Projektes 2008 vier Wochen lang zu Gast. Neun Studenten und zwei Lehrer von der Universität, zwei Ärzte und zwei Angestellte der Stadt machten sich einen Monat lang ein Bild vom Leben und Arbeiten in Gelsenkirchen und Umgebung.
Dank der Unterstützung von GAZPROM wurde auch das Projekt 2008 wieder zu einem Erfolg. Ausgestattet mit Fahrkarten für Straßenbahn und Bus und untergebracht im Gästehaus Heege machten sich die Russen auf Kennenlern-Tour durch Ruhrgebiet und Rheinland. Neben einer Stadtrundfahrt und einem Begrüßungsabend gab es natürlich auch "Arbeit" für die Gäste. Vier Studenten hospitierten im Maritim Hotel Gelsenkirchen, drei weitere im InterCity. Zudem gab es Einblicke ins Arbeitsleben beim Mercedes-Service von Lueg, bei der Stadt Gelsenkirchen, dem Eduard-Spanger-Berufskolleg, dem Landesbetrieb Straße NRW sowie dem Marienhospital.
Doch neben dieser Arbeit standen natürlich noch weitere Tagesordnungspunkte an. Mit dem historischen Dampfer "Goethe" ging es von Kamp-Bornhofen nach Rüdesheim, weiterhin besuchten die Gäste ein Symphonie-Konzert im Musiktheater, Köln, Amsterdam und die ZOOM Erlebniswelt in Gelsenkirchen. Als Höhepunkt gab es dann noch einen Stadionbesuch in der Arena beim Spiel zwischen Schalke und Eintracht Frankfurt. Evgenia Lukyanchuk war ein wenig perplex, als sie ihr erstes Fußballspiel sah. Auf Schalke. Laut sei es gewesen, "unglaublich laut", sagte die junge Frau.
Ein Aufenthalt in Deutschland erhöhe die beruflichen Chancen der Hospitanten, sagt Ralf Klüppelberg, Vorsitzender des Fördervereins "Städtepartnerschaft Gelsenkirchen - Schachty". Erst kürzlich besuchte der Erler die Stadt in Russland. Nach der Rückkehr konnte er Geschichten von ehemaligen Gelsenkirchener Hospitanten erzählen, die nun in einen achtenswerten Beruf arbeiten.
"Die Hospitanten sollen einen Einblick in die deutsche Arbeitswelt erhalten. Aber das Kennenlernen des Landes und besonders der Stadt Gelsenkirchen gehört natürlich auch dazu", so Klüppelberg. Nach vier Wochen ging es schließlich wieder zurück nach Schachty. Für Evgenia, die ihr erstes Schalke-Spiel trotz des Lärms gut überstanden hat, stand nach einem Monat in Deutschland fest: "Ich werde meine Zeit in Gelsenkirchen nie vergessen."