Am 18.07.2007 stieg mit dem Freundschaftsspiel Dresden gegen Schalke vor 12.500 Zuschauern der Auftakt zu unserem Projekt „Gib Gas gegen Gewalt“. Die überaus positive Stimmung im Stadion unterstrich den Anlass der Aktion, dass Gewalt in Fußballstadien nichts verloren hat und positive Emotionen im Mittelpunkt stehen müssen. Einer der Höhepunkte unter den Fans war zum Beispiel die fast 10minütige Laola-Welle.
Auch wenn die Begegnung durch Tore von Asamoah und David mit einem 1:1 Unentschieden endete, gab es einen Sieger: Dank der Aktion „Gib Gas gegen Gewalt“ wurden rund 50.000 Euro eingenommen. Das Geld wird dem „Anti Gewalt Projekt Dresden“ und dem Aufbau einer Dynamo-Fanabteilung zur Verfügung gestellt.
Bedingt durch die Ereignisse in vielen Fußballstadien in der letzten Zeit, sind wir an die Dresdner herangetreten, um ein Zeichen gegen Gewalt im Fußball zu setzen und die Bemühungen des Vereins hinsichtlich der Gewaltbekämpfung zu unterstützen. „Gib Gas gegen Gewalt“ ist ein Hilfsprogramm, welches eine nachhaltige Gewaltprävention zum Ziel hat. Deshalb sind wir bewusst ins Zentrum der Kritik gegangen, da wir auch nur dort wirklich helfen können.
Gerade der Aufbau einer Fanabteilung soll in Dresden die Etablierung einer positiven Fankultur ermöglichen, die es schließlich auch schafft, vormals gewaltbereite Gruppen zu integrieren und damit deren Konfliktbereitschaft zu beenden. Beim Aufbau dieser Strukturen kann der Schalker Fan-Club Verband dank der eigenen Erfahrungen aktive Hilfe leisten. Schalkes Manager Andreas Müller: „Wir sind sehr gerne bereit, mit Dynamo Dresden Erfahrungen auszutauschen, wie man das Problem angehen kann.“ Der 44-Jährige weiß, dass dies nicht von heute auf morgen geht: „Man darf sich keinen Sand in die Augen streuen. Das wird harte Arbeit, bei der viel Vertrauen auf allen Seiten aufgebaut werden muss.“

Was dem Fußball schadet: Rassismus und Randale
Kaum war die großartige Fußball-Weltmeisterschaft vorbei und Gastgeber Deutschland als weltoffenes Land gepriesen, so zeigten sich unübersehbar auch hässliche Seiten im Fußball: gewaltsame Rangeleien unter "Fans", rassistische Schmähungen gegenüber dunkelhäutigen Spielern, antisemitische Pöbeleien.
Autor Ronny Blaschke schildert ausführlich die jüngere Entwicklung in Deutschland, beleuchtet aber auch die Szene der Hooligans in England und anderen europäischen Ländern. Eindrucksvoll dokumentiert er die Situation der Opfer, beispielsweise eines nigerianischen Spielers in Leipzig, der Spieltag für Spieltag mit Anfeindungen zu kämpfen hat. Zugleich fragt Blaschke nach den Ursachen des Phänomens, etwa im ausführlichen Porträt eines ehemaligen deutschen "Hools", der kritisch seine Vergangenheit reflektiert. Und er prüft die Gegenstrategien von Fanprojekten und Ordnungskräften, wobei insbesondere das Vorgehen der Polizei auch bei friedlichen Fans nicht selten auf Kritik stößt.
Eine längst fällige Betrachtung von Gewalt im Fußball, die engagiert argumentiert, ohne übertriebene Horrorszenarien zu zeichnen.
Mehr Informationen finden Sie auf der Website von "Verlag Die Werkstatt GmbH"