Erst nach der Überprüfung von möglichen Erdgas-Vorkommen, kommen die bekannten Bohrtürme zum Einsatz. Haben die Messungen eine mögliche Lagerstätte prognostiziert, gibt es eine Aufschlussbohrung, mit der ermittelt wird, ob Erdgas vorhanden und zudem eine Förderung wirtschaftlich rentabel ist.
Diese Probebohrungen erreichen heute schon Tiefen von bis zu 7.000 Metern. Doch selbst eine positive Messung muss nicht zum Erfolg führen. Trotz aller sorgfältiger Vorarbeiten kommen auf eine erfolgreiche Bohrung nach Erdgas durchschnittlich drei Fehlbohrungen.
Förderung auch auf hoher See
Unterschieden wird bei den Verfahren der Förderung nach Vorkommen auf See oder Land. Bei Bohrungen an Land wird vor allem auf das Rotary-Verfahren zurückgegriffen. Mit einem Bohrturm an der Oberfläche "frisst" sich ein kreisender Meißel mehrere Kilometer in die Erde. Im Erdgasfeld angekommen, wird eine Sprengung am Bohrkopf durchgeführt, wodurch die vorhandene Zementierung mit Löchern versehen wird. Dadurch kann das über Milliarden Jahre eingeschlossene Erdgas durch ein eingesetztes Rohr nach oben gelangen. Auch auf Bohrinseln im Meer wird Erdgas gefördert. Die so genannten Offshore-Bohrungen finden im Gegensatz zur Gewinnung an Land mit der so genannten Horizontalbohrtechnik statt. Dabei wird auf einer Plattform mit bis zu 60 Bohrungen gearbeitet - das Erdgas wird gleich nach der Förderung mit einer Pipeline an Land gebracht.