Nach jeder Saison veranstaltet der Schalker Fan-Club Verband die Wahl zum Spieler des Jahres. Seit 1984/1985 organisiert der Dachverband der königsblauen Anhänger die Abstimmung unter den Fans der Knappen. In den ersten Jahren setzten sich Olaf Thon (1984/1985 und 1986/1987) sowie Klaus Täuber (1985/1986) durch. Von 1987 bis 1990 und von 1991 bis 1994 wurde die Wahl nicht durchgeführt, 1990/1991 wurden Jens Lehmann als "Bester Spieler" sowie Dietmar Schacht als "Beliebtester Spieler" ausgezeichnet. Seit der Spielzeit 1994/1995 findet die Wahl regelmäßig statt.
Dabei steht Manuel Neuer nun zusammen mit Ebbe Sand an der Spitze. Beide haben vier Auszeichnungen erhalten, Neuer allerdings gleich viermal in Folge. Auf dem dritten Platz folgt schließlich Olaf Thon, der von den Fans dreimal zum "Spieler der Saison" gewählt wurde.

2010: Manuel Neuer
Eigentlich war es keine Frage, wer in der Saison 2009/2010 den Titel des "Spieler der Saison" bekommt. Denn niemand stand für den Erfolg der Schalker in dieser Spielzeit mehr als Manuel Neuer, die Nummer 1 im Tor der Königsblauen. Am Ende stand ein zweiter Platz in der Bundesliga, die Halbfinal-Teilnahme im DFB-Pokal und die direkte Qualifikation für die Champions League. 3060 Minuten und damit 34 Spiele über 90 Minuten bestritt Neuer in dieser Saison und fühlte sich nach der Ehrung genauso wie beim ersten Mal. "Es freut mich natürlich sehr, dass die Fans mich erneut gewählt haben. Ich will auch in der kommenden Spielzeit weiter mit guten Leistungen überzeugen", so Neuer.

2009: Manuel Neuer
Obwohl Manuel Neuer erst am siebten Spieltag seine erste Partie für die Schalker bestritt, wurde der Torwart wie in den beiden vorangegangenen Jahren wieder zum Spieler der Saison gewählt. Der gebürtige Gelsenkirchener sicherte sich den Titel-Hattrick mit 6500 Stimmen vor Heiko Westermann (830) und Kevin Kuranyi (610). Die Wahl - und dann noch mit diesem deutlichen Abstand - habe ihn unheimlich stolz gemacht, sagte Neuer bei der Auszeichnung. "Der Titel gibt mir noch einmal einen extra Schub Motivation für die neue Saison. Ich werde mein Bestes geben, um auch im kommenden Jahr wieder ein Anwärter auf die Auszeichnung zum ‚Spieler der Saison’ zu sein."

2008: Manuel Neuer
Er hatte die meisten Spiele der gesamten Schalker Mannschaft und machte jede Partie in der Saison 2007/2008 mit. Manuel Neuer wurde nicht nur deshalb von den Schalke-Fans zum Spieler des Jahres gewählt. Nach Ebbe Sand ist die königsblaue Nummer 1 der erste Kicker, der zweimal hintereinander zum beliebtesten Schalker gewählt wurde. Im Verein hat der gebürtige Gelsenkirchener damit schon jetzt einen sicheren Platz in den Geschichtsbüchern. Legendär waren dabei sicher seine Paraden im Champions-League-Achtelfinale gegen den FC Porto, mit dem Neuer sein Team ins Viertelfinale brachte. Doch auch viele andere Spiele machten ihn zum "Spieler des Jahres".

2007: Manuel Neuer
Es war seine erste Saison im Tor der Schalker und die Nummer 12 machte seine Sache zur großen Zufriedenheit der Schalker Anhänger. Am zehnten Spieltag löste Manuel Neuer die bisherige Nummer 1 zwischen den Pfosten, Frank Rost, ab und war von nun an der Held der Fans auf den Tribünen. Mit dem 2:2 gegen den FC Bayern an diesem 5. November begann eine tolle Karriere, die noch lange nicht an ihrem Höhepunkt angekommen ist. Für Manuel Neuer, der lange als Mitglied der "Buerschenschaft" selbst in der Nordkurve stand, hatte sich an diesem Sonntagabend ein Traum erfüllt. Nach Oliver Reck, der 2002 gewählt wurde, war Manuel Neuer der erste Deutsche seit fünf Jahren, der von den Fans gewählt wurde.

2006: Rafinha
Marcio Rafael Ferreira de Souza, genannt Rafinha, kam 2005 zum FC Schalke 04. Der Brasilianer machte sich gleich in seiner ersten Saison auf Schalke Freunde bei den Fans, denn mit seinen Flankenläufen auf der rechten Außenbahn erinnerte er ein wenig an den legendären Rüdiger Abramczik. Rafinha weckte die Aufmerksamkeit zahlreicher europäischer Vereine bei seinem Auftritt in den Niederlanden, als er für die brasilianische Nationalmannschaft an der U 20-WM teilnahm. Den Zuschlag bekam schließlich Schalke. Mirko Slomka, der ehemalige Schalker Coach sagte über den Brasilianer, dass er ein Phänomen sei. "Er ist zwar ein ganz junger Spieler, aber er ist schlau."

2005: Lincoln
Mit seinen zwölf Toren in 31 Spielen sorgte Lincoln, der eigentlich Cássio de Souza Soares heißt, für Begeisterungsstürme auf den Rängen der Arena. Die Schalker belegten in der Saison 2004/2005 zwar "nur" den zweiten Platz hinter den Bayern, doch die Champions-League-Qualifikation wurde auch dank des brasilianischen Spielmachers mit der Nummer 10 erreicht. Seine überraschenden, ansatzlosen Anspiele, in den Medien gerne "No-Look-Pässe" genannt, sorgten bei einigen Abwehrreihen für Verwirrung und für zahlreiche Schalker Tore. Seine Ballzaubereien und die Lincolnschen Freistöße sorgten dann auch für die Wahl zum "Spieler des Jahres" durch die Fans.

2004: Ebbe Sand
Ebbe Sand zum Vierten! Nach 2000, 2001 und 2003 wählten die Anhänger der Knappen den Dänen ein weiteres Mal zu ihrem "Spieler des Jahres". 2006 beendete der 66-malige Nationalspieler seine Karriere auf Schalke - nach 214 Bundesliga-Spielen mit 74 Treffern sowie 31 Europapokal-Partien und zehn Treffern. Auch im DFB-Pokal spielte er sich mit 18 Treffern in 25 Spielen in die Schalker Geschichtsbücher. Über 61.000 Zuschauer verabschiedeten Sand am 23. Juli 2006 in der Veltins-Arena beim Spiel der "Meister der Herzen" (Team der Saison 2000/01) gegen den aktuellen Bundesliga-Kader des FC Schalke 04. Als Abschiedsgeschenk bekam Ebbe Sand ein Replikat der Meisterschale.

2003: Ebbe Sand
An der dritten Wahl zum "Spieler des Jahres" kann man die unglaubliche Popularität des am 19. Juli 1972 geborenen Ebbe Sand nur ansatzweise erkennen. Er ist nach Klaus Fischer der zweitbeste Torschütze der Schalker mit insgesamt 74 Toren in der Bundesliga und wurde 2008 in die "Ehrenkabine" gewählt, neben königsblauen Größen wie eben Klaus Fischer, Olaf Thon, Ernst Kuzorra oder "Stan" Libuda. Als Tabellensiebter kamen die Schalker noch in den UI-Cup und qualifizierten sich noch für den UEFA-Pokal, in dem aber nach der zweiten Runde schon Endstation war. Für Ebbe Sand war die Saison nach Toren gemessen zwar nicht erfolgreich - er traf "nur" sechsmal - doch die Schalker Fans standen weiter zu ihm.

2002: Oliver Reck
Als Oliver Reck 1998 nach Schalke kam, waren die Schalker Fans skeptisch. "Pannen-Olli" wurde er genannt, völlig zu Unrecht. Denn der gebürtige Frankfurter erarbeitete sich den Respekt der Fans und hielt in 112 Bundesliga-Spielen für Schalke seinen Kasten ein ums andere Mal sauber. Insgesamt 173 Bundesliga-Spiele ohne Gegentor (Oliver Kahn hat als Rekordhalter 197) gelangen Reck in seiner gesamten Karriere. In der Saison 2001/2002 machte er mit einem weiteren "Kunststück" auf sich aufmerksam. Am 9. Februar 2002 machte er mit einem Foulelfmeter gegen St. Pauli (4:0) sein erstes und einziges Bundesliga-Tor und wurde daraufhin zum "Spieler des Jahres" gewählt.

2001: Ebbe Sand
In dieser Saison war die Auswahl der "Spieler des Jahres" deutlich größer als in den Jahren zuvor. Erst in buchstäblicher letzter Minute gab Schalke die Meisterschale aus der Hand - Tränen gab es nicht nur bei den Fans, auch bei den Spielern, vor allem auch bei Ebbe Sand. Der Däne wurde wieder zum "Spieler des Jahres" gewählt. Kein Wunder: Denn mit seinen 22 Toren wurde er Torschützenkönig in der Bundesliga, wurde zudem zu Dänemarks Fußballer des Jahres und war mit Emile Mpenza das torgefährlichste Sturm-Duo in Deutschland. Der Lohn war die Teilnahme an der Champions League - wenn auch mit einem schnellen Ende in der Gruppenphase.

2000: Ebbe Sand
Schon in seiner ersten Saison wurde Ebbe Sand zum "Spieler des Jahres" gewählt. Und das mit absolutem Recht. Denn der sympathische Neuzugang von Bröndby IF machte gleich in seiner Premieren-Spielzeit im Schalker Trikot 15 Tore und damit mehr als doppelt so viele wie der zweitplatzierte Gerald Asamoah (7 Tore). An Sand lag es sicher nicht, dass die Schalker nach 34 Spieltagen nur auf dem 13. Platz landeten. Schon damals deutete sich die Beliebtheit an, die später in einem eigenen Lied dokumentiert wurde. Beispiel gefällig? "Wer isst sein Eis nur mit Krokant? Ebbe, Ebbe Sand! Wer ist in der ganzen Welt bekannt? Richtig: Ebbe, Ebbe Sand!

1999: Marc Wilmots
Das "Kampfschwein" nannten ihn die Schalke-Fans liebevoll, eigentlich aber mochte Marc Wilmots diesen Spitznamen nicht. Doch er passte zu dem belgischen Stürmer, der in der Spielzeit 1998/1999 mit sieben Treffern in 31 Spielen der beste Schalker Torschütze war. Erst ein Jahr später kam mit Ebbe Sand ein "echter" Torjäger nach Schalke. Noch einige Jahre blieb Marc Wilmots, der 1997 im Mai den entscheidenden Elfmeter im Finale von Mailand schoss, auf Schalke. Als er zum ersten Mal ging, sagte er wehmütig: "Ich habe hier vier schöne Jahre gehabt. Die werde ich nie vergessen. Schalke bleibt in meinem Herzen."

1998: Olaf Thon
Es war die Saison nach dem UEFA-Pokal-Sieg von Mailand, als die "Eurofighter" mit ihrem Kapitän Olaf Thon durch die Liga marschierten. Am Ende stand ein fünfter Platz und damit erneut die Qualifikation für das internationale Geschäft. Olaf Thon, der Kapitän der Knappen, machte 32 Spiele mit und schied mit seinen Mitspielern im Viertelfinale des UEFA-Pokals aus - erneut übrigens gegen Inter Mailand. Doch die Schalker Fans hatten nicht vergessen, wie Olaf den begehrten Cup in den Mailänder Nachthimmel reckte und wie er sich als Abwehrchef um seine Mitspieler bemühte. Sie sahen zu ihm auf und wählten ihn ein weiteres Mal zum "Spieler des Jahres".

1997: Kein offizieller Sieger - UEFA-Pokalsieger "Eurofighter"
Nein, in dieser Saison konnte es keinen Sieger geben - zumindest keinen einzelnen Spieler, der den Titel verdiente. Vielmehr gebührte der gesamten Mannschaft die Auszeichnung, denn die "Eurofighter" schafften das "Wunder von Mailand" und holten sich am 21. Mai 1997 den UEFA-Pokal. "Wir schlugen Roda, wir schlugen Trabzon, wir schlugen Brügge sowieso, Valencia, Teneriffa, Inter Mailand, da war 'ne Show", hallte es durch die Stadien Europas. Die Schalker hatten etwas geschafft, was zu Saison kaum einer für möglich gehalten hatte - sie hatten ihren ersten europäischen Pokal ins Revier geholt. "Der Pott ist im Pott" stand in großen Lettern auf der Anzeigetafel im Parkstadion - die Mannschaft war der Star.

1996: Jens Lehmann
Mit einem 2:1-Sieg am vorletzten Spieltag der Saison 1995/1996 machten die Schalke den Einzug in den UEFA-Pokal perfekt. Und das noch gegen den FC Bayern München, der damit seine letzte Chance auf die Meisterschaft vergab. Mit dabei im Tor war Jens Lehmann, gebürtiger Essener und in der Saison der beste Rückhalt der Liga. Denn mit 35 (beim 1:1 gegen Kaiserslautern fehlte er!) Gegentreffern stellte Schalke die beste Abwehr der Liga. Hinter Abwehrchef Olaf Thon wurde eben Jens Lehmann zum Rückhalt der Knappen und von den Fans zum "Spieler des Jahres" gewählt. Dass die Qualifikation für den europäischen Wettbewerb nur der Anfang eines Traums war, konnte damals noch keiner ahnen.

1995: Jiri Nemec
Der "Meister" war auf dem Platz der "Malocher", war sich für nichts zu schade und absolvierte in vielen Partien die weitesten Wege. In der Saison 1994/1995 kam er auf 33 Spiele und schon in seiner zweiten Saison hatte er die Herzen der Fans erobert. Insgesamt lief er 256 Mal für Schalke in der Bundesliga auf. In seiner Heimat Tschechien lautet sein Spitzname übrigens "Němej", "der Stumme". Als ein Journalist ihn zu einem Interview etwas abseits der Reportermeute hinter dem Parkstadion auflauerte und dachte, er könne Jiri ein paar Statements zum Spiel entlocken, konterte dieser ganz gelassen: "Das habe ich alles schon da vorne erzählt ...". Humor hatte er also auch und das mochten die Schalker ebenfalls.